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Tagesgedanken
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Samstag, den 31. März 2012 um 12:00 Uhr |
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Eine Zigarettenmarke, die früher nach Freiheit und Abenteuer schmeckte,
überzieht die Gegend und wahrscheinlich das ganze Land mit einer
groß angelegten Plakat-Kampagne, deren zentraler Gedanke darin besteht,
bei dem Wort maybe das may durchzustreichen, so daß nur noch "be"
übrigbleibt. Das kommt daher wie ein ontologischer Imperativ, eine Art
Aufforderung zum wahren Sein. "Don't be a Maybe!" - "Maybe never wrote
a song" - "maybe never fell in love" lauten die verschiedenen Slogans, die
jeweils ein ganzes Plakat füllen. Ganz klein unten rechts weist dann jeweils
von dem Wörtchen be ein roter Pfeil auf eine Zigarettenschachtel.
Es soll offenbar an Werte wie entschlossenes Handeln und die Realisierung von
Träumen und Phantasien erinnert werden. Das kommt zwar auf die Phantasien und
Handlungen an, ist aber nicht ganz falsch.
Noch weniger falsch ist aber der wunderbare, in so vielen Sprachen vorhandene Begriff
Vielleicht - maybe - peutetre - issos (neugriechisch). Eine Sprache und eine Welt, die
dieses Wort nicht hätte, wäre grauenvoll. Es ist hochmenschlich, vielleicht zu sagen
und etwas für möglich zu halten und in Erwägung zu ziehen. Ich widerspreche
der Firma Marlboro und sage: I am a Maybe and you should be one too. Denn Maybes
haben sich sehr wohl wohl verliebt und Lieder geschrieben, nachdem sie es nämlich vorher
für möglich gehalten hatten. Und sie werden es - vielleicht - wieder tun.
Der Begriff Vielleicht, gegen den sich die plumpe Polemik dieser Werbekampagne
richtet, birgt mehr Freiheit und Abenteuer in sich als mancher andere. Und ich
werde keine Marlboro rauchen. Auch nicht vielleicht
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Tagesgedanken
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Donnerstag, den 29. Dezember 2011 um 13:55 Uhr |
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Nun hören wirs wieder aus vielen Kehlen wie vor dem Ende eines jeden Jahres:
man wünscht uns einen "guten Rutsch!" Aber was will er uns eigentlich sagen,
dieser unsäglich abgegriffene, aber bisher offenbar unverwüstliche Wortwitz.
Buchstäblich ins neue Jahr rutschen könnte man auf einer Rutschbahn oder of Skiern oder
Schlitten. Und manch einen hat ein schlechter Rutsch in der Neujahrsnacht - sei es zu Fuß oder
mit dem Auto - das Leben gekostet.
Die Volksseele meint es wohl in einem übertragenen Sinn und auch ein bißchen ironisch-
augenzwinkernd, wenn sie uns einen guten Rutsch wünscht. Sie meint das Feiern in der
Silvesternacht, das soll leicht und rund laufen und ruhig auch ein bißchen abwärts (wie es ja
zum Rutschen irgendwie dazugehört), da soll man ruhig mal fünfe gerade sein lassen und aus dem
Rutschen eine gute Sache machen, da dürfen vielleicht auch ein bißchen Alkohol und Sex mit im Spiel
sein.
Mag sein, mag sein. Mir jedenfalls hängt diese abgedroschene Floskel zum Hals heraus, und ich habe
keine Lust mehr, gute Miene dazu zu machen. Ich kündige hiermit. Das ist ein Fall für die Sprach-Guerrilla.
Ich halte ab sofort dagegen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leser dieser Zeilen, daß Sie auf Ihrem
Weg ins Neue Jahr auf keinen Fall ausrutschen sondern aufrechten Ganges und munteren Sinnes die Grenzlinie
überschreiten!
iiwie ein Paebeim Rutschen unvermeidlich ist emintuünrigens anchnen m he un edes Jahr vo |
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Tagesgedanken
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Donnerstag, den 29. März 2012 um 19:25 Uhr |
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Ehe das erste Quartal 2012 schon wieder zu Ende geht, endlich mal
wieder ein Tagesgedanke. Wieso hab ich so lang nichts mehr zu Bildschirm
gebracht? Nein, daran daß ich keine Gedanken gehabt hätte, lag es nicht.
Nicht selten habe ich gedacht: das gibt einen schönen Tagesgedanken, den
schreibst du auf. Und immer wieder hab ich es nicht geschafft, über diese
hohe Schwelle in das Haus des Schreibens einzutreten.
Die Schwelle, sich zum Schreiben hinzusetzen, ist sowieso schon hoch, weil
man dabei einer so gnadenlosen Selbstkritik unterliegt und unterliegen muß,
denn nur so kann das Geschriebene Qualität gewinnen. Wer denkt, um
zu schreiben, sieht sich einer inneren Flut von mittelmäigen Einfällen und naheliegenden
Formulierungsmöglichkeiten ausgesetzt. Nur wenn er diesen widersteht und Wort für Wort
um die Nuance und den besonderen Ausdruck kämpft, können seine Sätze gut werden.
Und dann kommt bei den Tagesgedanken auch noch der kaum vermeidbare, schwierige
Anspruch hinzu, die Sache "fertig" werden zu lassen, irgendwie abgerundet, stimmig,
schlüssig, ein kleiner Inhalt in einer kleinen, ihm gemäßen Form.
Ich versuche es etwas leichter zu nehmen, das Fragmentarische zu akzeptieren, mir selber,
wenigstens für einige Zeit, möglichst häufig Tagesgedanken abzuverlangen, schon um
des Selbstversuches willen. Ein Tagesgedanke darf auch eine Notiz vom Tage sein, sogar
so etwas wie eine Eintragung ins Tagebuch. Traumziel wäre der Jeden-Tag-Gedanke.
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Tagesgedanken
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Mittwoch, den 21. Dezember 2011 um 22:05 Uhr |
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Hallo, liebe Autoindustrie, jetzt aber bitte mal aufgepaßt! Ich habe eine
Super-Idee für euch, eine flächendeckende Innovation für alle Typen und
Modelle, ein Wachstumsschub, der andere Branchen vor Neid
erblassen lassen wird.
Dabei ist die Sache weder kompliziert noch aufwändig. Ihr installiert ganz
einfach vorne in der Mitte des Kühlers von euren Autos ein grünes Licht,
genau zwischen den beiden Scheinwerfern und Blinkleuchten. Und dieses
Licht ist schlicht und einfach dazu da, den anderen Verkehrsteilnehmern zu
signalisieren, daß man ihnen den Vortritt läßt. Steht beispielsweise ein Fußgänger
wartend am Zebrastreifen und sieht das grüne Licht auf der Schnauze eines nahenden
Autos, dann weiß er, der bremst ab und läßt mich die Straße überqueren. Er muß
nicht erst bange beobachten, ob der Fahrer wirklich bremst, und er muß nicht rätseln,
wie die Lichthupe, die da vielleicht betätigt wird, gemeint sein könnte. Denn die Lichthupe
kann sowohl "Ich laß dich!" als auch "Laß mich!" bedeuten. Dieses neuartige grüne Licht wäre
dagegen das erste und bisher einzige eindeutig freundliche, sozial intelligente Signal, das von
Autos ausgehen könnte.
Es müßte technisch so gestaltet sein, daß man es nicht dauerhaft anschalten kann (und möglicher-
weise vergessen, was gefährlich werden könnte). Wie die Hupe müßte es nur so lange aktiviert sein,
wie der Fahrer aktiv drauf drückt, aber eben nicht zum warnen und schimpfen, sondern zum ermutigen
und "Bitte sehr, Sie sind dran!" sagen. Auch wenn es ein bißchen übertrieben klingt, schlage ich vor, dem
Ding einen zündenden, griffigen und vielleicht pädagogisch wertvollen Namen zu geben: Liebes-Hupe.
edr rtr annihr sed dr |
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