Tagesgedanken
Mittwoch, den 25. April 2012 um 09:41 Uhr

Ertappte mich angesichts der Berichterstattung vom Breivik-Prozep in Oslo

bei dem Gedanken, daß man ihm den Kopf abschlagen und weltweit im Fernsehen zum

letzten Mal zeigen sollte. Ihm gebührt eine Strafe, wie sie bei Leuten wie Ghadaffi,

Saddam, Ceaucescu und Bin Laden als angemessen empfunden werden durfte.

Unsere Zivilisation geht mit dem Massenmörder Breivik aber anders um und zeigt, wie er

lächelt und weint (beim Anblick seiner elenden Nazi-Symbole), den Gutachtern die Hand

schüttelt. Man redet mit ihm, läßt ihn seine Ideologie erzählen. Was er getan hat ist aber

so ungeheuerlich, so bösartig und hassenswert, daß das, was er dazu mit nachträglicher

Affirmation sagt, zu nichts gut sein kann als den Opfern Hohn zu sprechen.

Fast ein bißchen sehnsüchsvoll dachte ich an frühere Zeiten mit ihren öffentlichen Hinrichtungen,

die eine gewisse reinigende Funktion für die Gesellschaft gehabt haben mögen.

Breivik, der feige, elende Mordbube, der sich auf soldatische Ehre beruft, hat der zivilisierten

Gesellschaft den Krieg nicht nur erklärt, sondern er hat ihn begonnen.

Es tut sich ein seltsames Vakuum auf, wenn man diese Szenen im Gerichtssaal sieht, wo er

lächelt und mit seiner Kleidung und seinem gepflegten Bart nicht schlecht aussieht, vielleicht sogar

wie einer, von dem man ein Auto kaufen würde. Er hat ihn nicht verdient, diesen

milden Blick. Diese Abwesenheit von Haß. Hassen wir ihn den nicht? Ist er nicht unser Feind?

In der formalrechtlichen und medialen Art, wie wir das verarbeiiten, kommt der Haß nicht vor.

Ich hasse Breivik. Man sollte ihm in seine Zelle einen Strick geben, damit er selber das Notwendige

tun kann, um sich aus dieser Zivilisation zu entfernen

 

 
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